Logo
KONTAKT & ANSCHRIFT

 

Lienert & Ehrler AG
Postfach 244
Eisenbahnstr. 1 - 8840 Einsiedeln

Telefon 055 412 2624
daniel.ehrler@lienert-ehrler.ch

 

BÜROZEITEN
Bürozeiten

 

Sie erreichen uns von

Mo - Fr

 

Sa / So und

Feiertage

07:30 bis 12:00 Uhr
13:15 bis 17:30 Uhr

 

geschlossen 

 


 

 

    

 

 

 

Interessante Artikel:

 

 

Infoil Nr. 2/2022

 

Infoil Nr. 1/2022 

 

Erhöhung CO2-Abgabe ab 01.01.22 

 

Magazin "Petrosphäre 1/18" 

 

Magazin "Petrosphäre 1/17"

 

 

 

 Deshalb ist Benzin so teuer

 Link: Artikel Bluewin

 

 

 

 

 

 

 

 

Diverse Informationen:

 

Der Heizölpreis ist weiter gesunken, kann ich davon noch profitieren?

 

 

  


Marktkommentar vom 05.12.2022

 

Wir bitten Sie, uns zwischen Bestellung und Lieferung ein Zeitfenster von mindestens 4 Arbeitstagen einzuräumen.

 

Preisliste

 

Charts

(Updates bis jeweils ca. 10:00 Uhr)

 

 

Schweiz: Versorgungslage - Vorausschauende Planung 

 

 




OPEC+ Förderkürzungen bleiben unverändert
Die 23 OPEC+ Mitglieder haben bei ihrem virtuellen Meeting am Sonntag beschlossen, die Fördermengen auf dem derzeitigen Niveau zu halten und im Lichte der Unsicherheiten über die chinesische Nachfrage und die russische Angebotsentwicklung keine neuen Produktionskürzungen vereinbart. Erst im Oktober hatte die OPEC+ eine deutliche Förderkürzung von 2 Mio. B/T verabschiedet, die seit November greift.

In einem Statement verteidigte die Allianz nach der Sitzung an ihre Entscheidung aus dem Oktober, die damals für Kritik gesorgt hatte. Der Schritt sei "im Nachhinein von den Marktteilnehmern als die notwendige und richtige Maßnahme zur Stabilisierung der globalen Ölmärkte anerkannt" worden, hieß es in der Erklärung. Mit den unerwartet hohen Förderkürzungen hatte die OPEC+ vor allem die USA verärgert, da Joe Biden erst im Sommer in Riad um eine Anhebung der Fördermengen gebeten hatte. Washington hatte Saudi-Arabien im Oktober vorgeworfen, sich trotz des Angriffskrieges in der Ukraine auf die Seite Moskaus gestellt zu haben.

Die nächste Vollversammlung der OPEC+ ist erst wieder für den 4. Juni anberaumt, womit die Förderallianz zurückkehrt zu ihrem üblichen Turnus der halbjährlichen Meetings. Diesen hatte sie aufgrund der Corona-Krise und der damit verbundenen Kürzungsmaßnahmen zugunsten monatlicher Treffen aufgegeben. Eine Sitzung des JMMC, des ministerialen Überwachungsgremiums der OPEC+, ist allerdings schon für den 1. Februar geplant. Zudem betonten die OPEC+ Mitglieder, dass Versammlungen außerhalb des Turnus jederzeit möglich sein, sollte es nötig werden.

Einigung auf Preisdeckel bei 60 Dollar
Die Gruppe der 7 (G7) und Australien erklärten am Freitagabend, man habe sich auf eine Preisobergrenze für russisches Öl bei 60 Dollar geeinigt. Zuvor hatten die 27 EU-Mitgliedsstaaten nach zähem Ringen dem Vorschlag zugestimmt. Vor allem Polen hatte bis zuletzt für eine deutlich niedrigere Preisgrenze gekämpft, sich am Ende aber doch überzeugen lassen und ebnete damit den Weg für die formelle Genehmigung am Wochenende. Der Ölpreisdeckel ist damit ab heute wirksam.

Warschau hatte unter anderem Zweifel an dem geplanten Anpassungsmechanismus geäußert, der die Preisobergrenze unterhalb des Marktpreises halten solle. In den EU-Verhandlungen hatte Polen darauf gedrängt, die Obergrenze so niedrig wie möglich anzusetzen und für maximal 30 Dollar plädiert, um die Öleinnahmen Russlands tatsächlich zu beschränken und damit auch Moskaus Kriegskasse empfindlich zu treffen. 
 
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zeigte sich nach der Entscheidung enttäuscht. Auch in der Ukraine hatte man auf einen deutlich niedrigeren Preis gehofft. Die Welt habe Schwäche gegenüber Russland gezeigt, sagte Selenskyj in einem Statement nach der Entscheidung. Auch viele externe Marktbeobachter sind der Meinung, dass eine Obergrenze, die so nah an den Marktpreisen ist, die Russland ohnehin aktuell erzielt, kaum Wirkung entfalten wird.

Warten auf Russlands Antwort
Russland hingegen reagierte verärgert auf den Beschluss der G7 und der EU. Man werde kein Öl verkaufen, das einer westlichen Preisobergrenze unterliegt, selbst wenn man die Produktion drosseln müsste, sagte der Vizepräsident und russische Energiebeauftragte Alexander Nowak am Sonntag. Der Schritt des Westens sei eine grobe Einmischung, die den Regeln des freien Handels widerspreche, so Nowak. Er warnt vor einer Angebotsverknappung, die die globalen Energiemärkte destabilisieren würde.

"Wir arbeiten an Mechanismen, um die Verwendung eines Preisobergrenzeninstruments zu verbieten, unabhängig davon, welches Niveau festgelegt wird, denn eine solche Einmischung könnte den Markt weiter destabilisieren", sagte Nowak. "Wir werden Erdöl und Erdölerzeugnisse nur an die Länder verkaufen, die unter Marktbedingungen mit uns zusammenarbeiten, selbst wenn wir die Produktion ein wenig reduzieren müssen", fügte er hinzu.

Es ist allerdings unklar, welche unmittelbaren Auswirkungen die westliche Obergrenze auf die russischen Ölströme haben wird, da der Abschlag auf den Brent-Preis für russische Ölsorten zuletzt stark angestiegen ist. Als eine der wichtigsten Sorten wurde etwa Urals mit ca. 61,3 Dollar pro Barrel gehandelt und lag damit nur etwas mehr als einen Dollar über der Obergrenze. In den letzten Jahrzehnten war der Verkauf von Öl und Gas nach Europa eine der wichtigsten Quellen für russische Deviseneinnahmen gewesen.

Aus anonymer Quelle hieß es gegenüber der internationalen Nachrichtenagentur Reuters, dass ein Dekret in Vorbereitung sei, das russischen Unternehmen und Händlern verbieten soll, mit Ländern und Unternehmen, die sich an der Obergrenze orientieren, zu interagieren. Im Wesentlichen würde ein solches Dekret die Ausfuhr von Erdöl und Erdölprodukten in Länder und Unternehmen verbieten, die die Obergrenze anwenden. Die Angebotslage dürfte sich dann spürbar verknappen und die Preise stützen. 

Marktlage
Nach einem ereignisreichen Wochenende scheint sich heute die Volatilität an den Ölbörsen zunächst fortzusetzen. Nach einem Preissprung im frühen asiatischen Handel orientieren sich Brent und WTI inzwischen wieder etwas nach unten. Die Anleger verdauen zum Start in die neue Handelswoche die Einführung der Ölpreisobergrenze bei 60 Dollar sowie die Beibehaltung der OPEC+ Förderkürzungen.

Die 23 Mitglieder der Förderallianz hatten sich bei ihrem virtuellen Meeting am Sonntag nach nur 20 Minuten auf eine Beibehaltung der aktuellen Förderkürzungen um 2 Mio. B/T verständigt. „Angesichts der massiven und gegenläufigen fundamentalen und geopolitischen Risiken, die auf dem Ölmarkt lasten, haben sich die Minister verständlicherweise dafür entschieden, ruhig zu bleiben und abzuwarten“, kommentiert Bob McNally von Rapidan Energy. Ölmarktexpertin Amrita Sen von Energy Aspects fügt hinzu: „Die Gruppe wird die Märkte weiter beobachten, und sollten sich die Fundamentaldaten verschlechtern, werden sie noch vor Juni erneut zusammenkommen“.

Im Vorfeld hatten die Marktteilnehmer eine Entscheidung dieser Art schon erwartet und entsprechend eingepreist, da man damit gerechnet hatte, dass die OPEC+ die Auswirkungen des EU-Importverbotes und der Preisobergrenze abwarten wollen würde. Die Augen der Anleger sind in diesem Zusammenhang vor allem auf Russland gerichtet, denn Moskau hatte für den Fall einer Preisobergrenze immer wieder mit einem Lieferstopp gedroht. Am Sonntag hatte Vizepräsident Alexander Nowak diese Drohung wiederholt.

„Es bleibt zunächst ungewiss, ob der Plan (eines Preisdeckels) die russischen Lieferströme nach Asien ungestört lassen wird oder ob es doch zu einer wesentlichen Angebotsunterbrechung kommt“, warnt Helima Croft von RBC Capital Markets. "Jeder klare Hinweis darauf, dass Russland bereit ist, die Ölexporte zu drosseln, könnte die Preise in den kommenden Tagen in die Höhe treiben.“

Auch Analystin Ann-Louise Hittle von Wood Mackenzie rechnet mit eher steigenden Preisen, da die EU russisches Öl durch Mengen aus dem Nahen Osten, Westafrika und den USA ersetzen müsse. „Die Anpassung an das EU-Importverbot und die Preisobergrenze wird die Preise wahrscheinlich vorübergehend stützen", so Hittle, die gleichzeitig zu bedenken gibt, dass die Aussicht auf ein langsames Nachfragewachstum die Preise weiterhin unter Druck setzt.

In Sachen Ölnahfrage kommen allerdings auch in dieser Woche wieder optimistische Meldungen aus China. Am Wochenende wurden in der Volksrepublik erneut zahlreiche Corona-Beschränkungen gelockert. So hoben Millionenstädte wie Shanghai, Shenzhen und Guangzhou weitere Lockdowns auf, wodurch sich der zaghafte Trend zur Wiedereröffnung weiter verfestigt. Auch wenn eine komplette Aufhebung der Zero-Covid-Politik unwahrscheinlich ist, scheint die Führung in Peking doch auf die Proteste und Unruhen der letzten Woche zu reagieren und der Bevölkerung entgegenzukommen.

 

US-Dollar kostet CHF 0.9347 / 1 EUR kostet US$ 1.0547

1 EUR kostet CHF 0.9861

 

Reinfracht von ARA (Amsterdam/Rotterdam/Antwerpen) pro Tonne nach Karlsruhe: EUR 45.00 / nach Basel: CHF 55.00

 

 

Die Marktnews beziehen sich auf die Entwicklung der Rohölpreise. US-Rohöl gilt als Referenz Produkt. Die Entwicklung dieses Produkts dominiert in der Regel auch die Preise für Heizöl. Die effektive Preisentwicklung in der Schweiz kann aufgrund von Einflussfaktoren wie Transportkosten, Rheinfrachten, Dollarkurs, Versorgungslage oder Steuer- und Abgabeerhöhungen jedoch abweichen.