Iran legt neuen 14-Punkte-Plan vor
USA starten Geleitschutz durch Straße von Hormus
OPEC+ beschließt neue Förderanhebung für Juni
Grundsätzlich herrschte zunächst eine bullishe Ausgangslage am Ölmarkt. Hauptgrund dafür waren die anhaltenden Spannungen im Persischen Golf, insbesondere zwischen den USA und Iran, sowie die eingeschränkte Handlungsfähigkeit der OPEC+ nach dem Austritt der Vereinigten Arabischen Emirate. Auch charttechnisch befanden sich die Ölpreise (Brent und WTI) wieder in Aufwärtstrends, wenngleich das kurzfristige Aufwärtspotenzial begrenzt war, da die Preise technisch überdehnt erschienen.
Im Verlauf der Woche kam es jedoch zu Gewinnmitnahmen und Kursrückgängen, obwohl die fundamentalen Risiken hoch blieben. Ereignisse wie ukrainische Angriffe auf russische Energieinfrastruktur oder wirtschaftliche Unsicherheiten (z. B. durch die EZB) konnten die Abwärtsbewegung nicht verhindern. Zum Monatsende schlossen die Ölpreise daher im Minus.
Ein wichtiger Einflussfaktor war ein neuer diplomatischer Vorstoß des Iran, der einen 14-Punkte-Plan zur Beendigung des Konflikts mit den USA vorlegte. Dieser beinhaltete unter anderem:
Die USA reagierten skeptisch, doch allein die Möglichkeit neuer Verhandlungen sorgte kurzfristig für Preisdruck nach unten, da Hoffnungen auf Entspannung aufkamen.
Parallel dazu kündigten die USA einen militärischen Geleitschutz für Schiffe in der Straße von Hormus an, um den durch den Konflikt gestörten Öltransport zu sichern. Diese Initiative wurde vom Iran scharf kritisiert und könnte die Lage weiter eskalieren. Die strategisch wichtige Meerenge bleibt damit ein zentraler Unsicherheitsfaktor für den globalen Ölmarkt.
Die OPEC+ beschloss zudem eine Fördererhöhung für Juni um 188.000 Barrel pro Tag. Diese Maßnahme wird jedoch weitgehend als symbolisch bewertet, da die tatsächliche Produktion durch die Blockade im Persischen Golf ohnehin eingeschränkt ist. Viele Mitgliedsstaaten können ihre theoretischen Förderquoten praktisch nicht ausschöpfen.
Aktuell zeigt sich der Markt widersprüchlich:
Zusammengefasst bleibt die Lage geprägt von:
Die grundlegende Markteinschätzung bleibt daher weiterhin bullish, da Angebotsrisiken überwiegen. Gleichzeitig besteht jedoch ein Spannungsfeld zwischen Hoffnungen auf Diplomatie und der realen Gefahr einer weiteren Eskalation, was zu erhöhter Volatilität bei den Ölpreisen führt.