
Ukrainische Drohnen treffen Druschba-Pipeline
Die Ukraine hat bei einem weiteren Drohnenangriff auf die russische Energieinfrastruktur am gestrigen Mittwoch erneut die Druschba-Pipeline ins Visier genommen und nach Angaben eines Vertreters des ukrainischen Geheimdienstes auch getroffen. Über die Anlage wurde zuletzt noch russisches Öl nach Ungarn und in die Slowakei gepumpt. Die beiden Länder, können trotz der EU-Sanktionen weiterhin Rohöl aus Russland beziehen.
Trotz des mittlerweile fünften Angriffs der Ukraine auf die Druschba-Pipelinesoll sich an den von der Anlage beförderten Ölmengen nichts geändert haben. Dies gaben die Betreiber der ungarischen und slowakischen Abschnitte der Pipeline am gestrigen Mittwoch an. Zuletzt hatte die Ukraine die Pipeline im September angegriffen. Die Ukraine wie auch Russland verstärkten in den vergangenen Monat die gegenseitigen Angriffe auf die Energieinfrastruktur des jeweils anderen.
Marktlage
Die Bemühungen um eine Beendigung des Kriegs in der Ukraine kamen zuletzt wieder ins Stocken, was auch am Ölmarkt eingepreist wurde. Die Berichte darüber, dass gestern die Druschba-Pipeline durch einen erneuten Drohnenangriff der Ukraine getroffen wurde, untermauerte die Skepsis der Trader hinsichtlich eines baldigen Friedensabkommens zwischen Russland und der Ukraine.
Nach Einschätzung des Beratungsunternehmens Kpler haben die häufigeren Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur, die die Ukraine seit einigen Monaten durchführt, "den Durchsatz der russischen Raffinerien zwischen September und November auf rund 5 Millionen Barrel pro Tag gedrückt, ein Rückgang von 335.000 Barrel pro Tag im Vergleich zum Vorjahr." Laut Kpler sei davon am stärksten die Produktion von Benzin betroffen gewesen, "aber auch die Gasölproduktion ging deutlich zurück“.
Wie es bei den Friedensgesprächen nun weitergeht, ist indes ungewiss, was selbst US-Präsident Trump, der das Gespräch zwischen dem US-Sondergesandten Steve Witkoff und Russlands Präsident Wladimir Putin als "recht gut" bezeichnete, gestern eingestand. Unabhängig davon wiederholte Trump, seine jüngste Ankündigung, die USA würden gegen die Drogenkartelle Venezuelas sehr bald auf venezolanischem Boden vorgehen, was die Marktteilnehmer dem Analysten Gao Jian von Qisheng Futures Co. zu einem gewissen Maß an Vorsicht anhalten sollte, wenn gleich die Fundamentaldaten seiner Meinung nach immer noch "Abwärtsdruck auf den Rohölpreis ausüben würden.
Zu diesen bearishen Fundamentaldaten gesellten sich gestern auch die Daten, die das DOE in seinem wöchentlichen Bericht zum US-Ölmarkt veröffentlichte. So legten die Ölbestände der USA in der vergangenen Woche zu, während die Nachfrage nachgab, obwohl angesichts des Thanksgiving-Feiertags davon auszugehen war, dass die Nachfrage zunimmt, da viele US-Bürger aufgrund des Feiertags-Wochenendes zu ihren Familien fahren. Davon abgesehen enttäuschten auch die am Mittwochnachmittag veröffentlichten Daten des ADP zum US-Arbeitsmarkt, der für November einen Rückgang der Beschäftigung in der amerikanische Privatwirtschaft um 32.000 Stellen auswies.
Die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer dürfte sich nun zunehmend auf die nächste Zinssitzung der Fed richten, die am kommenden Dienstag und Mittwoch stattfindet und aller Voraussicht nach eine weitere Zinssenkung um 25 Basispunkte mit sich bringen dürfte. Darüber hinaus stehen kommende Woche die nächsten Monatsberichte von EIA, OPEC und IEA ins Haus. An den Ölbörsen notieren die Kontrakte heute Morgen zunächst etwas fester zu den Vortagessettlements.