
Saudi-Arabien erhöht Preise für März-Exporte nach Asien für sehr leichtes Rohöl
Das staatliche Ölunternehmen Saudi Aramco gab am Donnerstagabend die Verkaufspreise (Original Selling Prices, kurz: OSP) für seine im März geplanten Rohölexporte bekannt. Dabei nahm der Konzern bei den Preisen für Exporte nach Europa und in die USA über alle Rohölsorten hinweg Preissenkungen vor. Anders verfuhr Saudi Aramco jedoch bei den Preisen für die geplanten Ausfuhren nach Asien.
Hier senkte der Ölriese die Preise für die Sorten Saudi Arabian Medium und Heavy Crude, sowie für seine international wohlbeliebteste Rohölsorte Saudi Arabian Light Crude. Allerdings hatte man in Handelskreisen zuvor teilweise eine stärkeren Preisreduktion erwartet. Bei Saudi Arabian Light Crude hatte man sogar bereits damit gerechnet, dass die Rohölsorte erstmals seit Langem wieder mit einem Abschlag zur Benchmark Oman/Dubai Crude angeboten werden könnte, unter anderem, weil zuletzt wieder höhere Angebotsmengen aus Venezuela auf den Markt kamen und man sich fragte, ob die Ölnachfrage in Asien hoch genug ist, dass das saudische Öl mit den günstigeren Alternativen aus Venezuela oder dem Iran am asiatischen Markt mithalten kann.
Die Saudis scheinen sich zwar der Konkurrenz bewusst, mit der jüngsten Preissenkung um -0,30 Dollar pro Barrel Saudi Arabian Light bieten sie ihre beliebte Rohölsorte allerdings im März auch in Asien noch nicht mit einem Abschlag zur Benchmark an, sondern mit dem selben Preisniveau wie Oman/Dubai. Bei den Rohölsorten mit einer sehr geringen Viskosität wie Saudi Arabian Extra Light und Saudi Arabian Super Light Crude will man es auch im März sogar mit etwas höheren Preisen versuchen. Die Sorte Super Light wird auch ausschließlich am asiatischen Markt angeboten, da sie den Anforderungen der dortigen Raffinerien besser entspricht als die schwereren Sorten.
Marktlage
Die Rohölpreise an ICE und NYMEX könnten heute erstmals seit Dezember auf Wochensicht wieder Verluste verzeichnen, auch wenn Brent und WTI heute Morgen zunächst von stabilen Widerständen abgeprallt sind. Ein Faktor der dies noch verhindern könnte, wären die Gespräche zwischen den USA und Iran, die für heute in der omanischen Hauptstadt Maskat anberaumt wurden.
Sollte es Anzeichen geben, dass die Gespräche schlecht verlaufen, könnte dies die Preise an den Ölbörsen kurz vor dem Wochenende noch einmal steigen lassen. Die Annäherung zwischen Washington und Teheran sind schließlich auch der Hauptgrund dafür, dass Brent und WTI auf Wochensicht nachgeben könnten.
"Die Ölmärkte bauen einen Teil der geopolitischen Risikoprämie ab und kehren zu den Fundamentaldaten zurück, die im Wesentlichen zeigen, dass ausreichende Vorräte vorhanden sind", erklärt Analystin Samantha Hartkevon Vortexa die jüngste Entwicklung an den Ölbörsen und fügt hinzu: "Wenn die Verhandlungen scheitern, steigt die Risikoprämie wieder deutlich an."
Unterdessen soll es bei den trilateralen Gesprächen zwischen der Ukraine, Russland und den USA, die gestern und vorgestern in Abu Dhabi fortgesetzt wurden, in erster Linie eine Einigung über einen weiteren Gefangenenaustausch zwischen der Ukraine und Russland gegeben haben. Nach Angaben des US-Sondergesandten Steve Witkoff sollen bei den Verhandlungen zwar Fortschritte gemacht worden sein, mit Ergebnissen sei jedoch erst "in den kommenden Wochen" zu rechnen. Damit dürften auch die weitreichenden Sanktionen des Westens gegen den russischen Ölsektor erst einmal noch eine Weile gelten.
Was die Nachfrage anbelangt, bleibt abzuwarten wie sich die Ferienzeit anlässlich des Mond-Neujahrs in China auf den Verbrauch in der Volksrepublik im Laufe des Monats auswirken wird. Für März hält die staatliche saudische Ölgesellschaft Aramco zumindest bei den sehr leichten Rohölsorten noch eine robuste Nachfrage am asiatischen Markt für wahrscheinlich, denn das Unternehmen erhöhte die Exportpreise für seine Rohölsorten Super und Extra Light mit Zielmarkt Asien für den kommenden Monat leicht.
Nächste Woche werden dann die drei wichtigsten Institutionen am Ölmarkt (EIA,IEA und OPEC) ihre aktuellen Monatsberichte veröffentlichen, in denen sie ihre eigene Einschätzung zu Lage und Entwicklung des weltweiten Ölmarkts darlegen. Vor dem Wochenende bleibt der Fokus allerdings erst einmal auf den USA und Iran.