Trump sieht Möglichkeit für Iranabkommen – Ölpreise geben deutlich nach

Saudi-Arabien senkt Preise für Juni-Lieferungen

US-Ölbestände stark gesunken

Trump stellt Friedensabkommen mit Iran in Aussicht

Der Ölmarkt startete am Dienstag mit einer leicht bullishen Grundstimmung, gestützt durch deutlich stärker als erwartete Rückgänge der US-Ölbestände sowie die weiterhin eingeschränkte Versorgung infolge der Blockade der Straße von Hormus. Gleichzeitig fehlten jedoch klare charttechnische Signale, sodass sich insgesamt keine eindeutige Preisrichtung etablieren konnte und die Notierungen zunächst seitwärts tendierten.

Geopolitisch blieb die Lage angespannt, aber ohne weitere unmittelbare Eskalation. Angriffe auf russische Infrastruktur, Spannungen rund um den Iran sowie sicherheitsbedingte Rückzüge von Schiffen aus der Region unterstrichen die Risiken. Zugleich kritisierten mehrere Länder das iranische Vorgehen scharf. Überraschend war jedoch, dass die USA ihre militärischen Eskorten vorübergehend aussetzten, um Raum für mögliche Verhandlungen mit dem Iran zu schaffen. Diese Aussicht auf ein Abkommen reduzierte kurzfristig die Eskalationsrisiken und damit auch einen Teil der Risikoprämie im Ölpreis, auch wenn konkrete Fortschritte unklar bleiben.

Auf der Angebotsseite ergab sich ein gemischtes Bild: Während Norwegen und Kanada ihre Produktions- bzw. Exportkapazitäten ausbauen und langfristig für mehr Angebot sorgen könnten, versuchte der Irak, seine Exporte durch deutliche Preisnachlässe anzukurbeln. Gleichzeitig verließen die VAE weitere OPEC-nahe Strukturen, ohne jedoch kurzfristige Produktionsänderungen anzukündigen. Saudi-Arabien senkte seine offiziellen Verkaufspreise für Juni moderat, allerdings weniger stark als erwartet, was auf die weiterhin angespannte Versorgungslage und begrenzte Exportkapazitäten hindeutet.

Fundamental besonders bullish wirkten die Daten des American Petroleum Institute, die erhebliche Lagerabbauten bei Rohöl, Benzin und Destillaten in den USA zeigten. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass die globale Umverteilung von Ölströmen infolge der Hormus-Blockade auch die US-Versorgung indirekt belastet, da andere Länder verstärkt auf amerikanische Lieferungen zurückgreifen.

Trotz dieser unterstützenden Faktoren dominierten im Tagesverlauf Gewinnmitnahmen an den Ölbörsen, sodass die Preise bis zum Abend leicht nachgaben und mit moderaten Verlusten schlossen. Insgesamt bleibt der Markt von hoher Volatilität geprägt, mit häufigen Wechseln zwischen Preisanstiegen und Korrekturen.

Fazit: Die fundamentale Lage ist aktuell widersprüchlich. Einerseits sprechen Angebotsrisiken und sinkende Lagerbestände für steigende Preise, andererseits dämpfen mögliche diplomatische Fortschritte und eine perspektivische Ausweitung des Angebots den Preisdruck. Kurzfristig ist die Marktausrichtung daher eher neutral, wobei die weitere Entwicklung maßgeblich von den Verhandlungen mit dem Iran und der Situation in der Straße von Hormus abhängt.

Daniel Ehrler
Die Marktnews beziehen sich auf die Entwicklung der internationalen Rohöl- und Produktnotierungen. Die effektive Preisentwicklung in der Schweiz kann aufgrund von weiteren Einflussfaktoren wie Transportkosten, Rheinfrachten oder Dollarkurs jedoch abweichen.

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