
Marktlage
Die Rohölpreise an ICE und NYMEX knüpften gestern an die Verluste von Anfang der Woche an, nachdem die Sorgen bezüglich des erwarteten Überangebots wieder Überhandnahmen. Insgesamt bleiben jedoch zahlreiche Unsicherheitsfaktoren bestehen.
"Die Ölmärkte sind derzeit, soweit wir das beurteilen können, richtungslos. Lediglich die vom American Petroleum Institute (API) gemeldeten sinkenden US-Lagerbestände geben ihnen etwas Auftrieb“, beschreibt Analyst Suvro Sarkar, leitender Energieanalyst der DBS Bank, die aktuelle Entwicklung und fügt hinzu: "Händler werden die Entwicklungen in den Friedensgesprächen mit der Ukraine genau beobachten, um Hinweise zu erhalten. Die Zinssenkung der US-Notenbank ist ein weiterer wichtiger makroökonomischer Faktor, der die Ölpreise stützen könnte."
Der nächste Zinsentscheid der Fed wird heute Abend bekannt gegeben, wobei die Marktteilnehmer eine Zinssenkung um 25 Basispunkte bereits größtenteils eingepreist haben. Eine stärker stützende Wirkung hätten wohl Hinweise des US-Notenbankchefs auf eine weitere Senkung bei der geldpolitischen Sitzung des Offenmarktausschusses im Januar.
Diese könnte allerdings schon morgen wieder durch bearishe Monatsberichte von IEA und OPEC gedämpft werden. Die EIA gab ihren Dezember-Monatsbericht gestern Abend heraus und korrigierte darin ihre Erwartungen zum Angebotsüberschuss im Jahr 2026 um +80.000 B/T auf +2,26 Mio. B/T nach oben. Die IEA hatte bereits in ihren vergangenen Monatsberichten ein Überangebot von über 4 Mio. B/T für das kommende Jahr prognostiziert, sodass anzunehmen ist, dass auch sie eher bearish ausgerichtet bleibt.
Heute Morgen starten die Kontrakte nun erst einmal einen Erholungsversuch und notieren oberhalb der Vortagestiefs.