
Die US-Lagerdaten des DOE liefern in dieser Woche kein eindeutiges Signal. Zwar sanken die Rohölbestände leicht um 0,4 Mio. Barrel, gleichzeitig stiegen die Vorräte bei Benzin um 1,3 Mio. und bei Destillaten um 2,1 Mio. Barrel. Eine nachhaltige Entspannung lässt sich daraus jedoch nicht ableiten: Die Produktbestände bleiben trotz der jüngsten Zuwächse auf saisonal kritischem Niveau.
Den entscheidenden Impuls liefert weiterhin die geopolitische Lage. Die Eskalation im Nahen Osten verschärft die Sorgen um die weltweite Ölversorgung. Die Huthi haben den jemenitischen Hafen Mokka eingenommen und erhöhen damit das Risiko weiterer Störungen des Schiffsverkehrs im Roten Meer. Gleichzeitig bleibt die Straße von Hormus eingeschränkt, während die Spannungen zwischen den USA, Iran und den regionalen Akteuren weiter zunehmen.
Die Folge: Der Markt baut eine deutlich höhere geopolitische Risikoprämie ein. Brent und WTI steuern auf einen Wochenabschluss von über 100 US-Dollar je Barrel zu. Gleichzeitig ist die Ölproduktion Saudi-Arabiens zuletzt auf ein historisch niedriges Niveau gefallen – ein zusätzlicher Belastungsfaktor für die ohnehin angespannte Versorgungslage.
Unsere fundamentale Einschätzung bleibt klar bullish. Kurzfristige Preisrückgänge sind zwar möglich, eine nachhaltige Entspannung zeichnet sich derzeit jedoch nicht ab. Eine weitere Eskalation könnte die Preise schnell erneut deutlich nach oben treiben.
Für Kunden mit absehbarem Bedarf bedeutet das:
Der Markt bleibt klar bullish. Die fundamentale Versorgungslage ist angespannt, während die geopolitische Risikoprämie weiter steigt. Eine nachhaltige Entspannung ist aktuell nicht absehbar.
Sollte sich die Eskalation im Nahen Osten weiter verschärfen und sollten zusätzliche Ölströme oder Transportwege ausfallen, ist weiteres deutliches Aufwärtspotenzial vorhanden. Marktbeobachter halten unter diesen Bedingungen sogar einen erneuten Test des bisherigen WTI-Hochs von rund 119,50 US-Dollar für möglich.
Unsere Empfehlung: Bei bestehendem Bedarf Preisrückgänge nutzen und Beschaffungsentscheidungen nicht unnötig aufschieben.