
Die Ölpreise haben zuletzt minimal nachgegeben. Damit besteht aktuell die Chance auf leicht sinkende Einkaufspreise für Heizöl, bei Diesel ist die Lage im Inland sehr angespannt. Eine nachhaltige Entspannung am Ölmarkt ist jedoch noch nicht in Sicht, denn die geopolitischen Risiken bleiben hoch.
Geopolitische Spannungen halten die Preise unter Druck – und stützen sie zugleich. Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus sowie die jüngsten Attacken der Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien sorgen weiterhin für Unsicherheit. Gleichzeitig haben sich die Ölexporte aus der Golfregion zuletzt erholt. Da bislang keine gravierenden Lieferausfälle in dem befürchteten Umfang eingetreten sind, ist ein Teil des zuvor eingepreisten Risikoaufschlags wieder aus den Ölpreisen gewichen.
Schwächere Nachfrageprognosen sprechen für fallende Preise. Sowohl die Internationale Energieagentur (IEA) als auch die OPEC haben ihre Erwartungen für die weltweite Ölnachfrage nach unten korrigiert. Zusätzlich prüft die US-Regierung mögliche Lockerungen von Sanktionen im Zusammenhang mit russischen Ölexporten. Mehr verfügbares Öl könnte den Markt entlasten und die Preise weiter unter Druck setzen.
Knappes Angebot bleibt der entscheidende Unsicherheitsfaktor. Die weltweiten Ölreserven an Land liegen laut IEA nahe ihrem niedrigsten Stand seit mindestens zehn Jahren. Zudem meldete das American Petroleum Institute (API) einen deutlichen Rückgang der US-Rohölvorräte um 11,1 Millionen Barrel. Auch die Bestände an Destillaten sollen gesunken sein. Sollte der offizielle US-Lagerbericht diese Entwicklung bestätigen, könnte das die Ölpreise wieder stützen. Wetterbedingte Einschränkungen der US-Ölproduktion (Hurrican) könnten ebenfalls eine Rolle spielen.
Kurzfristig besteht Spielraum für etwas günstigere Heizölpreise. Schwächere Nachfrageerwartungen und die Aussicht auf ein besseres Ölangebot wirken preisdämpfend. Gleichzeitig können neue Angriffe, Störungen wichtiger Transportwege oder weiter sinkende Ölreserven die Preise jederzeit wieder nach oben treiben.
Unser Tipp: Wer Heizöl benötigt, sollte die Preisentwicklung aufmerksam beobachten und nicht automatisch auf deutlich niedrigere Preise warten. Die aktuelle Lage bietet Chancen auf günstigere Einkaufspreise, bleibt aber schwer vorhersehbar.