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US/Iran-Gespräche sollen am Dienstag fortgesetzt werden
Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran - in erster Linie über dessen Atomprogramm - sollen diese Woche fortgesetzt werden. Am Dienstag wollen sich die Delegationen der beiden Länder im schweizerischen Genf über die gegenseitigen Forderungen austauschen, wobei immer noch unklar ist, ob sich die beiden Parteien thematisch auf das Atomprogramm Irans beschränken werden.
Washington hatte eigentlich auch das Raketenprogramm Irans sowie den Umgang des Mullah-Regimes mit der iranischen Bevölkerung auf den Tisch bringen wollen. Am gestrigen Sonntag nannte auch Israels Premierminister Benjamin Netanjahu, der vergangene Woche erst in Washington, D.C., zu Gast war, vier entscheidende Forderungen, die für ein künftiges Abkommen zwischen den USA und Iran erfüllt sein müssten.
Dabei sei "die bloße Beendigung der Anreicherung von Uran" nicht genug, so Netanjahu in einer aufgezeichneten Rede an das Gremium für öffentliche amerikanisch-israelische Angelegenheiten (AIPAC). Geht es nach dem israelischen Premier, sollte der Iran auch seine gesamte Atominfrastruktur wieder zurückbilden und sämtliches angereichertes Uran außer Landes bringen. Davon abgesehen fordert Israel eine Reduktion der Reichweite des iranischen Raketenprogramms auf 300 Kilometer. Die Unterstützung für bewaffnete Milizen inder Region müsse der Iran ebenfalls aufgeben, so Netanjahu.
Wenn gleich US-Präsident Trump vergangene Woche noch erklärt hatte, er habe bei seinem Treffen mit Netanjahu deutlich gemacht, dass er eine diplomatische Lösung bevorzugen würden, berichtete der Sender CBS News nun, dass Trump dem israelischen Premierminister bereits bei einem Treffen im Dezember 2025 seine Unterstützung zugesagt habe, sollte Israel Militärschläge auf das iranische Raketenprogramm durchführen. Wie diese Unterstützung aussehen könnte, soll zuletzt intern erörtert worden sein. Kurz vor dem Wochenende hatte die New York Times berichtet, mit der USS Gerald R. Ford sei ein zweiter Flugzeugträger in den Nahen Osten geschickt worden, sodass Washington schnell agieren könnte, solltendie Verhandlungen mit dem Iran zu nichts führen.
Marktlage
Nachdem die Monatsberichte von EIA, OPEC und IEA allesamt in der vergangenen Woche veröffentlicht wurden, steht die aktuelle Handelswoche wieder ganz im Zeichen der Geopolitik.
So sollen am Dienstag im schweizerischen Genf die Atomgespräche zwischen den USA und Iran (auf indirekter Ebene) weitergeführt werden, aber auch die trilateralen Friedensverhandlungen zwischen der Ukraine, Russland und den USA. Im Hinblick auf die Verhandlungen zwischen den USA und Iran rechnet sich der Analyst Tony Sycamore von IG allerdings wenig Chancen auf ein Abkommen aus: "Da beide Seiten voraussichtlich an ihren zentralen roten Linien festhalten werden, sind die Erwartungen gering, dass eine Einigung erzieltwerden kann", so Sycamore, der davon ausgeht, dass die Verhandlungen nur"die Ruhe vor dem Sturm sein“ dürften.
Auch im Hinblick auf die trilateralen Verhandlungen über ein Friedens-Abkommenfür die Ukraine sind die Hoffnungen auf eine Einigung nicht besonders groß. Beiden letzten Gesprächen konnten sich die beiden Seiten gerade einmal auf einen weiteren Gefangenenaustausch einigen. Die Territorialfrage, sprich: was mit dem Donbas geschehen soll, blieb dagegen weiter ungelöst. Selbst im Hinblick auf die Sicherheitsgarantien, die die Ukraine von den USA fordert und von denen der ukrainische Präsident nach der jüngsten Gesprächsrunde bereits behauptete, sie müssten nur noch unterzeichnet werden, kamen zuletzt wieder Zweifel auf.
Meldungen aus Genf über ausbleibende Fortschritte bei den Gesprächen zwischenden USA und Iran sowie zur Ukraine könnten zur Wochenmitte über die geopolitische Risikoprämie schließlich die Ölpreise an ICE und NYMEX beeinflussen. Dagegen dürfte die neue Handelswoche eher gemächlich beginnen, da in den USA heute ein bundesweiter Feiertag ist (Presidents' Day) und die amerikanischen Trader daher heute größtenteils nicht am verkürzten elektronischen Handel über die NYMEX Globex teilnehmen werde und in China dieganze Woche über das Mondneujahr gefeiert wird, sodass die Handelsplätze aufdem chinesischen Festland geschlossen bleiben werden.
Derweil gibt es erste Gerüchte aus OPEC+-Kreisen, dass die acht Länder der Allianz, die ihre Fördermengen seit Anfang 2024 freiwillig über die Vorgaben hinaus gedrosselt haben, ab April wieder mit der Rückführung dieser Zusatzkürzungen beginnen dürften, nachdem man die Rückführungen im ersten Quartal erst einmal pausieren ließ. Eine offizielle Entscheidung diesbezüglich wird allerdings voraussichtlich noch bis Anfang März auf sich warten lassen, da die acht Produzenten erst am 1. März wieder über das Thema beraten werden.