Schwankende Preise und geopolitische Risiken bleiben bestimmend

‍Die Ölpreise bleiben unter Druck, doch die Risiken im Nahen Osten verhindern bislang eine nachhaltige Entspannung. Zwar sorgen die hohen geopolitischen Spannungen weiterhin für einen Risikoaufschlag an den Ölbörsen, gleichzeitig wirken mögliche zusätzliche Liefermengen preisdämpfend.

Die jüngsten US-Lagerdaten lieferten zunächst Unterstützung für die Ölpreise: Die Rohöl- und Destillatbestände gingen deutlich zurück. Insgesamt sanken die US-Ölvorräte um 13,4 Millionen Barrel. Allerdings ist dieser Rückgang teilweise auf eine geringere US-Ölförderung infolge des Hurrikans Isaias sowie auf eine höhere Raffinerieauslastung zurückzuführen. Die Daten sollten deshalb nicht überbewertet werden.

Auf der anderen Seite bleibt die geopolitische Lage angespannt. Die Konflikte rund um den Iran, die Straße von Hormus und den Jemen bergen weiterhin Risiken für die weltweite Ölversorgung. Gleichzeitig versuchen die USA und die Internationale Energieagentur (IEA), mit der Freigabe strategischer Reserven und möglichen Lockerungen von Sanktionen zusätzliche Mengen auf den Markt zu bringen. Diese Maßnahmen könnten den Preisanstieg begrenzen, dürften die Märkte ohne eine politische Entspannung im Nahen Osten jedoch kaum dauerhaft beruhigen.

An den Ölbörsen zeigte sich zuletzt ein uneinheitliches Bild: Während die US-Rohölsorte WTI zulegen konnte, schlossen Brent und der europäische Gasoil-Kontrakt schwächer. Auch die charttechnischen Signale sprechen kurzfristig eher für nachgebende Preise. Für den Inlandmarkt ergibt sich daraus aktuell rechnerisches Potenzial für Preisabschläge, wobei die weitere Entwicklung stark von den geopolitischen Nachrichten und der Reaktion der Ölbörsen abhängt.

Fazit

Kurzfristig sind leichte Preisabschläge möglich, eine nachhaltige Entspannung ist jedoch noch nicht in Sicht. Wer Heizöl benötigt, sollte die aktuelle Marktentwicklung aufmerksam verfolgen. Da neue Eskalationen im Nahen Osten die Preise jederzeit wieder nach oben treiben können, bleibt das Preisrisiko hoch.

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Daniel Ehrler
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Die Marktnews beziehen sich auf die Entwicklung der internationalen Rohöl- und Produktnotierungen. Die effektive Preisentwicklung in der Schweiz kann aufgrund von weiteren Einflussfaktoren wie Transportkosten, Rheinfrachten oder Dollarkurs jedoch abweichen.

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