
Die Lage in der Straße von Hormus bleibt angespannt und sorgt weiterhin für Unsicherheit an den Ölmärkten. Laut der britischen Behörde UKMTO wurde am Donnerstag ein Schiff in der omanischen Fahrrinne angegriffen. Die Besatzung blieb nach bisherigen Angaben in Sicherheit. Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) meldeten parallel den Angriff auf den unter togoischer Flagge fahrenden Öltanker Trend. Ob es sich dabei um dasselbe Schiff handelt, ist bislang nicht bestätigt.
Der Iran warnt weiterhin vor einer Durchfahrt ohne seine Zustimmung und bekräftigt seinen Anspruch auf Kontrolle der strategisch wichtigen Meerenge. Für den Ölmarkt bleibt damit entscheidend, ob sich die physischen Transportströme durch die Straße von Hormus nachhaltig normalisieren. Eine Entspannung könnte den derzeit eingepreisten geopolitischen Risikoaufschlag wieder reduzieren.
Nach den Kursrückgängen der vergangenen beiden Handelstage fehlt den Ölbörsen weiterhin eine klare Richtung. Brent notiert aktuell leicht unter dem Niveau vom vergangenen Freitag, während WTI noch geringfügig darüber liegt. Neue Nachrichten zur geopolitischen Lage könnten kurzfristig für deutliche Preisbewegungen sorgen.
Zusätzliche Entlastung könnte von Saudi-Arabien kommen: Nach Angaben aus dem Königreich könnte die beschädigte Ost-West-Pipeline durch Behelfsmaßnahmen innerhalb weniger Tage wieder rund die Hälfte ihrer ursprünglichen Transportkapazität erreichen. Die Aussicht auf steigende Exportmöglichkeiten hat die unmittelbaren Sorgen um die Versorgung bereits etwas gedämpft.
Gleichzeitig bleibt die weitere Entwicklung schwer einzuschätzen. China bemüht sich um eine Deeskalation im Zusammenhang mit den Huthi-Angriffen, während die US-Regierung über das weitere Vorgehen gegenüber dem Iran berät. Analysten sehen deshalb derzeit eine außergewöhnlich hohe Unsicherheit hinsichtlich der Dauer des Konflikts und seiner Auswirkungen auf die globalen Lieferströme.
Kurzfristig bleibt der Markt stark nachrichtengetrieben und volatil. Insbesondere Entwicklungen rund um die Straße von Hormus, die saudischen Transportwege und den Iran-Konflikt können die Rohöl- und Produktpreise schnell bewegen.
Für die Inlandspreise zeichnet sich heute Morgen rechnerisch weiterhin leichtes Abwärtspotenzial ab, da Gasoil nur knapp über den Vortagestiefs notiert. Die weitere Preisentwicklung hängt jedoch maßgeblich von neuen geopolitischen Meldungen und der tatsächlichen Normalisierung der Transportströme ab.