
Trump stellt Iran Ultimatum von 15 Tagen
Donald Trump hat dem Iran am Donnerstag ein Ultimatum im Streit um dessen Atomprogramm gestellt. Teheran müsse innerhalb von zehn bis maximal 15 Tagen ein Abkommen vorlegen, andernfalls drohten „sehr schlimme Dinge“, sagte der US-Präsident gestern Abend in Washington. Aus Teheran kam umgehend die Warnung, im Falle eines Angriffs US-Stützpunkte in der Region ins Visier zu nehmen.
Bei einem Treffen seines sogenannten „Board of Peace“ verwies Trump auf die im Juni 2025 durchgeführten US-Luftangriffe. Das nukleare Potenzial Irans sei dabei „dezimiert“ worden. Man könne „einen Schritt weiter gehen – oder auch nicht“, sagte der Präsident. Innerhalb der nächsten „wahrscheinlich 10 Tage“ werde sich zeigen, wie es weitergehe. Später präzisierte er an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One, 10 bis 15 Tage seien „ziemlich das Maximum“.
Konkrete Angaben zu möglichen Maßnahmen machte Trump nicht. Er bekräftigte jedoch seine Drohung und betonte, der Iran werde „auf die eine oder andere Weise“ eine Vereinbarung schließen müssen. Der Iran reagierte umgehend und erklärte in einem Schreiben an UN-Generalsekretär António Guterres, man werde „entschlossen und verhältnismäßig“ im Rahmen seines Selbstverteidigungsrechts reagieren.
Das Säbelrasseln zwischen Washington und Teheran wird damit noch einmal lauter und die Gefahr von militärischen Auseinandersetzungen in der Region größer. Entsprechend steigt auch die Risikoprämie an den Ölbörsen erneut, denn jede Eskalation in der Region birgt die Gefahr von Angebotsausfällen – sei es im Iran selbst oder auch durch mögliche Blockaden der Straße von Hormus, die die gesamten Ölexporte aus der Region um den Persischen Golf und damit etwa ein Fünftel des täglichen globalen Ölbedarfs betreffen würde.
Marktlage
Die Ölpreise bleiben auch am Freitag im Aufwind und steuern auf ihren ersten Wochengewinn seit drei Wochen zu. Hintergrund sind die wachsenden Sorgen über eine mögliche Eskalation zwischen den USA und Iran. Donald Trump hatte Teheran gestern erneut mit Konsequenzen gedroht, sollte binnen der nächsten Tage keine Einigung über das iranische Atomprogramm erzielt werden.
Schon gestern Abend waren die Notierungen deshalb auf den höchsten Stand seit sechs Monaten gestiegen. US-Präsident Donald Trump hatte mit „sehr schlimmen Dingen“ gedroht, falls der Iran nicht binnen 10 bis 15 Tagen einer Vereinbarung zustimme. Teheran betont immer wieder, sein Atomprogramm diene ausschließlich friedlichen Zwecken, während die USA militärische Ambitionen vermuten.
„Die Rohölpreise haben ein Sechsmonatshoch erreicht, da die Sorge vor möglichen Lieferausfällen an der Straße von Hormus die Märkte in Alarmbereitschaft versetzt“, kommentiert Priyanka Sachdeva, leitende Marktanalystin bei Phillip Nova. Nach dem Scheitern mehrerer Gesprächsrunden zwischen Washington und Teheran habe sich der Fokus der Märkte klar auf die zunehmenden Spannungen im Nahen Osten verlagert.
Durch die Straße von Hormus an Irans Südküste werden täglich rund 20% der weltweiten Ölversorgung transportiert. Ein Konflikt in der Region könnte das Angebot auf dem Weltmarkt erheblich einschränken und die Preise weiter in die Höhe treiben. Sachdeva weist aber auch darauf hin, dass unter Investoren die Meinungen auseinander gehen, ob es tatsächlich zu militärischen Interventionen und damit zu Unterbrechungen der Lieferketten kommen werde.
Sicher ist, dass die USA zuletzt ihre Militärpräsenz in der Region massiv erhöht haben. Laut Beobachtern handelt es sich um die stärkste Aufrüstung im Nahen Osten seit 2003, dem Jahr des zweiten Irakkriegs. Laut Marktanalyst Robert Rennie von Westpac bleibt ein Kriegsausbruch allerdings eher unwahrscheinlich. „Wir gehen weiterhin davon aus, dass Trump vor allem den Druck erhöht, statt unmittelbar militärisch zu handeln“, so der Experte.
Am Ölmarkt bleibt die Risikoprämie dennoch erhöht und bearishe Faktoren treten in den Hintergrund. So haben die geopolitischen Entwicklungen aktuell auch die Unsicherheiten über den weiteren Kurs der Fed Zinspolitik zurück gedrängt. Hier hatte das FOMC-Sitzungsprotokoll Mitte der Woche gezeigt, dass die Zinsen in den USA wahrscheinlich stabil bleiben werden oder bei anhaltend hoher Inflation sogar weiter steigen könnten. Höhere Zinsen gelten in der Regel als dämpfend für die Ölnachfrage.
Darüber hinaus schwelt natürlich auch immer noch die Frage nach der Angebotsentwicklung, auch, wenn sie aktuell durch Geopolitik überlagert wird. Die Analystinnen Natasha Kaneva und Lyuba Savinova von JP Morgan verweisen auf den bereits in der zweiten Jahreshälfte 2025 sichtbaren Ölüberschuss, der sich im Januar fortgesetzt habe und auch weiter anhalten dürfte.
Ihren Berechnungen zufolge wären Förderkürzungen von 2 Mio. B/T erforderlich, um einen weiteren Aufbau der Lagerbestände im Jahr 2027 zu verhindern. Demgegenüber stehen allerdings die Pläne der OPEC+, die wohl ab April wieder ihre Fördermengen schrittweise anheben werden. Entschieden wird darüber bei der nächsten OPEC+ Sitzung am 1. März.
Die heutige fundamentale Einschätzung fällt aufgrund der jüngsten Drohungen gegen den Iran und der aktuellen US-Ölbestandsdaten erst einmal wieder klar bullish aus. Dies schlägt sich auch bei den Inlandspreisen nieder, wo erneut sehr klare Preisaufschläge im Vergleich zu gestern Morgen zu verzeichnen sind.