
Die Ölmärkte starten mit nachgebenden Preisen in die neue Woche. Im Fokus steht dabei die mögliche Annäherung zwischen den USA und dem Iran: US-Präsident Donald Trump schließt ein Treffen mit dem iranischen Präsidenten Massoud Peseschkian am Rande der UN-Generalversammlung in New York nicht aus. Die Aussicht auf einen diplomatischen Lösungsweg nimmt aktuell einen Teil des geopolitischen Risikoaufschlags aus den Ölpreisen.
Gleichzeitig bleibt die Lage angespannt. Trump verbindet seine Gesprächsbereitschaft weiterhin mit deutlichen Forderungen an den Iran, während die iranischen Revolutionsgarden für den Fall weiterer US-Angriffe Vergeltungsmaßnahmen in der Golfregion angekündigt haben. Auch der Konflikt zwischen Saudi-Arabien und den Huthi im Jemen sorgt weiterhin für Risiken für die Energieinfrastruktur und die regionalen Lieferströme.
Trotz der geopolitischen Spannungen fließt weiterhin vergleichsweise viel Rohöl durch die Straße von Hormus. Nach Angaben des US-Zentralkommandos haben die Transporte von Rohöl und LNG zuletzt den höchsten Stand seit sechs Monaten erreicht. Auch die Analysten von JP Morgan bewerten die Ölströme aus der Golfregion weiterhin als überraschend stabil.
Damit stehen sich aktuell zwei gegenläufige Marktfaktoren gegenüber: Die Hoffnung auf eine diplomatische Entspannung belastet die Preise, während mögliche Störungen der Energieinfrastruktur weiterhin für Aufwärtsrisiken sorgen.
Brent und WTI haben in den vergangenen Handelstagen ihre zuvor erreichten Mehrmonatshochs korrigiert. Zusätzlich dämpfen höhere US-Produktvorräte sowie die Aussicht auf eine weiterhin restriktive Geldpolitik der US-Notenbank die Preisentwicklung.
Zum Wochenstart unterschritten die Rohölfutures bereits die Tiefs vom Freitag. Damit zeichnet sich auch bei den Inlandspreisen weiteres Abwärtspotenzial ab. Für Abnehmer ergeben sich dadurch aktuell günstigere Beschaffungsmöglichkeiten – gleichzeitig bleibt angesichts der geopolitischen Risiken eine erhöhte Preisbewegung möglich.
Unser Marktfokus: Die weitere Entwicklung der US-Iran-Beziehungen, die Sicherheit der Transportwege durch die Straße von Hormus und mögliche neue Angriffe auf Energieinfrastruktur bleiben in den kommenden Tagen die entscheidenden Faktoren für die Preisentwicklung.